Botschaftergespräche

 

Die Münsteraner Botschaftergespräche

Seit Anfang 2010 führt das Corps Rheno-Guestphalia die sog. "Münsteraner Botschaftergespräche" durch. Inzwischen waren die Botschafter/In von Israel, der Republik Kosovo, Tanzania, Afghanistan, Äthiopien, Lettland, Kuba, Philippinen, Mali, Taiwan, Irland, Litauen, Ägypten, Zypern,  Armenien, Montenegro, Malta und Belgien Gast des Corps. Die Vortragsreihe findet inzwischen in Münster, seiner Umgebung wie auch überregional große Beachtung. Sie wird auch von vielen Nichtangehörigen des Corps besucht. 

Kommendes Botschaftergespräch am Donnerstag, den 07.06.2018, 20h s.t. :

Botschafter der Republik Polen, S.E. Prof. ord. Dr. habil. Andrzej Przyłebski

„Polen, Deutschland, Europa“ 

 

Dr. habil. Andrzej Przyłebski

 Prof. ord. Dr. habil. Andrzej Przyłębski – außerordentlicher und bevollmächtigter Botschafter in der Bundesrepublik Deutschland (geb. 1958), war bis 2016 am Institut für Kulturwissenschaften der Adam-Mickiewicz-Universität Posen tätig. Als Direktor des Florian-Znaniecki-Zentrums entwickelt er die von diesem herausragenden polnisch-amerikanischen Wissenschaftler begründeten kulturwissenschaftlichen Ideen weiter. Er ist (u.a.) Stipendiat der Bonner Humboldt-Stiftung (er verbrachte unter der Leitung von Hans-Georg Gadamer zwei Jahre an der Universität Heidelberg) und des Wiener Instituts für die Wissenschaften vom Menschen (1995). In den Jahren 1996-2001 war er Leiter der Abteilung Kultur und Wissenschaft der Botschaft der Republik Polen in Deutschland (Köln und Berlin).

Er ist Gründungsmitglied des Akademischen L. Kaczyński-Bürgerclubs und Koordinator der Sektion „Außenpolitik“ des Nationalen Entwicklungsrates (beim Präsidenten der Republik Polen); er war Mitglied des Komitees für Philosophische Wissenschaften der Polnischen Akademie der Wissenschaften. Er beschäftigt sich mit neuzeitlicher und zeitgenössischer europäischer Philosophie – zumal der deutschen (Kantianismus und Neukantianismus, Hegelianismus, Existenzhilosophie, Phänomenologie, Lebensphilosophie) – und mit der philosophischen Analyse von Kultur und Zivilisation. Er ist Autor von acht Büchern (u.a. Dlaczego Polska jest wartością [Warum Polen ein Wert ist]; Hermeneutyczny zwrot filozofii [Die hermeneutische Wende der Philosophie]; Gadamer; Etyka w świetle hermeneutyki [Ethik im Lichte der Hermeneutik]) und wissenschaftlicher Herausgeber von weiteren zwanzig; Übersetzer aus dem Englischen und dem Deutschen (u.a. Die Philosophie des Geldes von Georg Simmel und Das Erbe Europas von Hans-Georg Gadamer).

Er ist Mitglied des Vorstands der Internationalen Hegel-Gesellschaft und des Editorial Board der „Allgemeinen Zeitschrift für Philosophie“ sowie Chefredakteur der Zeitschrift „Fenomenologia“ der Polnischen Phänomenologischen Gesellschaft. Er war Professor für Philosophie an der Universität Chemnitz (2003; 2006-2007). Er hat wissenschaftliche Konferenzen in Deutschenland (Bonn, Köln, Berlin) und den Internationalen Hegel-Kongress in Posen (2006) organisiert.

Außer Politik, Philosophie und Kultur sind seine Leidenschaften Tennis (er war mehrfach Meister der Adam-Mickiewicz-Universität sowie seines Clubs in Köln)) und Musik (er hört hauptsächlich Folklore und Ethno-Musik: Blues, Klezmer- und keltische Musik, portugiesischen Fado, spanischen Flamenco und kubanischen Son). Er musiziert selbst als Laie (Gitarre, Keyboard, Akkordeon). Verheiratet ist er mit der Präsidentin des Verfassungsgerichtshofs Julia Przyłębska, er hat zwei Söhne und fünf Enkel.


Rückfragen: Corps Rheno-Guestphalia, Telefon 0251/230 14 17, e-Mail: cc@rheno-guestphalia.de
oder
Ass. iur. Dirk C. Frotscher., Telefon: 030/264 04 36 oder 0173/60 660 79, e-Mail: frotscher.berlin@t-online.de


„Es ist gut, dass in Zeiten weltweiter Krisen“, so der Initiator der Münsteraner Botschaftergespräche, Dirk Frotscher (Jurist bei der Berliner Sparkasse und Alter Herr des Corps),“unser Blick immer wieder auf die großen Entwicklungen jenseits unserer europäischen Themen gelenkt wird“. Das Konzept der in jedem Semester durchgeführten Botschaftergespräche baue auf dem dem Kennenlernen und Verstehen globaler und nationaler Entwicklungen auf.

Hintergrund:

Corps Rheno-Guestphalia Münster

Das studentische Corps Rheno-Guestphalia wurde 1908 gestiftet. Wahlspruch der Verbindung wurde und ist noch heute „Ich wag´s!“.
Wie alle Corps suspendierte das Corps 1935, um der Gleichschaltung der studentischen Vereinigungen zu entgehen. Die Gemeinschaft der Corpsbrüder lebte jedoch unter dem Deckmantel der Kameradschaft Friedrich Harkort fort. Nur so konnte trotz des Verbotes durch die Nationalsozialisten das traditionelle Verbindungsleben fortgeführt und unter schwierigsten Bedingungen auch Mensuren gefochten werden.
Den Kösener Corps gehören heute mehr als 13.000 aktive Studenten und ihre Alten Herren an. Ihre Vereinigung ist die älteste Alumnivereinigung an den Universitäten und Hochschulen im deutsch-